600 Jahre Marienheide

2017 wird ein besonderes Jahr für Marienheide: der namensgebende Ort unserer Gemeinde, damals noch „Mergenheyde“, wurde 1417 in einem Dokument, das in den Annalen der Thomasbibliothek des ehem. Dominikanerklosters St. Albert in Bornheim-Walberberg aufbewahrt wurde, zum ersten Mal erwähnt.

Derzeit laufen vielfältige vorbereitende Arbeiten, um das Jubiläum angemessen zu würdigen. Auch die Gemeindebücherei möchte ihren Beitrag leisten. Das Ehrenamtler-Team hat die heimatkundlichen Bestände gesichtet und diese in einem besonderen Regal präsentiert.

Aus Spendengeldern, teilweise auch aus Sachspenden, konnten folgende Titel ergänzend angeschafft werden:

  • Beiträge zur oberbergischen Geschichte Bd. IV
  • Oberbergische Geschichte Bd. II
  • Geschichte Gimborns
  • H. Böseke: Die Bergische Eisenstraße
  • O. Osberghaus: Vom Einzelhof zur Stadtsiedlung; 1300 Jahre Siedlung im Oberbergischen
  • Chronik der Müllenbacher Genossenschaftsbank 1905-2005
  • Führer durch die Bürgermeisterei Marienheide von 1927

Besonders stolz ist das Team auf die ebenfalls aus Spendengeldern erworbene sogenannte „Rummelkarte“. Dabei handelt es sich um ein aus 24 großformatigen Blättern bestehendes Kartenwerk. Es zeigt die Reichsherrschaft Gimborn-Neustadt so, wie sie von dem bis heute biographisch verschollenen Ingenieurkartographen J.F.C. Rummel im Auftrag des damaligen Landesherrn Graf Wallmoden in den Jahren um 1800 aufgenommen wurde. Die sehr detaillierte Karte ermöglicht auch einen Blick auf das damalige Marienheide bzw. auf Ortschaften, die heute zur Gemeinde gehören.

Bilder zum Vergrößern bitte anklicken.

 

 

Advertisements

Alltagsleben und Flucht: Manfred Kressner über sein Leben in der DDR

Lesung Kressner

Manfred Kressner liest in der Gemeindebücherei

Den 25. Jahrestag der Wiedervereinigung hatte der Verein Kulturrausch zum Anlass genommen, Manfred Kressner zu einer Veranstaltung in die Gemeindebücherei einzuladen. Die Besucherinnen und Besucher waren beeindruckt und auch betroffen von dem, was der Marienheider aus eigener Erfahrung zu erzählen hatte.

Grundlage für seine Schilderungen war das von Kressner im Selbstverlag veröffentlichte Buch „Freigekauft! Zweimal!?“.

Breiten Raum bei der Veranstaltung nahmen Auszüge aus dem Buch ein, in denen Kressner seine Kindheit und Jugendzeit in der ehemaligen DDR schildert. Zunächst verlief alles „ganz normal“: der Junge wurde von den Eltern „im Sinne des Sozialismus“ erzogen; im Dorf, in dem die Familie wohnte, wurde er aktiv in der FDJ, mit 18 stellte er den Antrag auf Mitgliedschaft in der SED. 1972 wurde er einberufen und begann eine Unteroffiziersausbildung mit der erklärten Bereitschaft, im Grenzdienst eingesetzt zu werden. Damit einher ging seine Anwerbung als IM durch das Ministerium für Staatssicherheit.

Doch schon bald quälte Kressner die Frage: „Was ist, wenn ich bei meinem Grenzdienst auf jemanden schießen muss, den ich kenne?“. Der Schreck bei ihm war groß, als er bei seinem ersten Urlaub von einem gescheiterten Fluchtversuch genau in seinem Einsatzbereich hörte.

Kressner entschließt sich schließlich zur Flucht in den Westen. Aber sein Fluchtplan geht nicht auf. Er wird verhaftet und zu 6 Jahren und 8 Monaten Zuchthaus verurteilt.

Damit endete aus Zeitgründen die Veranstaltung. Dass es noch viel mehr zu berichten gibt, dass der Weg bis zur endgültigen Ankunft in der Bundesrepublik noch weit war, zeigt schon der Titel von Kressners Buch „Freigekauft! Zweimal?!“. Es sei an dieser Stelle allen an Zeitgeschichte Interessierten zur Lektüre empfohlen und kann in der Gemeindebücherei ausgeliehen oder beim Autor direkt erworben werden (manfred-kressner@t-online.de).

Tag der deutschen Einheit: Zeitzeuge Manfred Kressner über das Leben in der DDR

Kressner FreigekauftIn seinem Buch „Freigekauft! Zweimal !?“ hat der Marienheider Manfred Kressner über seine Fluchtversuche aus der ehemaligen DDR berichtet. Nun können Interessierte ihn selbst erleben:

In einer Veranstaltung, die der Verein Kulturrausch zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung am 3. 10. 2015 organisiert hat, berichtet
Kressner über sein Leben in der DDR.

Termin: Donnerstag, 1. 10. 2015
Zeit: 19 Uhr
Ort: Gemeindebücherei Pestalozzistraße (Gesamtschule)

Nicht nur der veranstaltende Verein, sondern auch wir vom Ehrenamtler-Team der Gemeindebücherei würden uns über viele Besucherinnen und Besucher freuen!

Jahrestag: Gründung des Staates Israel

Unter einem Porträt des Begründers der zionistischen Bewegung, Theodor Herzl, verlas David Ben Gurion am 14. Mai 1948 die Unabhängigkeitserklärung des neuen Staates Israel.

Flagge IsraelVölkerrechtlich legitimiert durch eine Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen von 1947 wurde Israel nach Ende des britischen Mandats über Palästina als parlamentarische Republik proklamiert. Der Plan der UN, Palästina in einen israelischen und einen arabisch-palästinensischen Staat aufzuteilen, war ein entscheidendes Ereignis des vielschichtigen Nahostkonflikts.

Hier eine kleine Auswahl aus Literatur und Sachbüchern, die in der Gemeindebücherei zu den Themen Israel, Judentum, Palästina, Naher Osten ausgeliehen werden können:

  • Yiftach Ashkenazy: Die Geschichte vom Tod meiner Stadt (Roman)
  • David Grossmann: Zickzackkind (Roman / Jugendbuch)
  • Malka Marom: Sulha (Roman)
  • Bayta Gur: Stein für Stein (Roman)
  • Michael Wolffsohn: Israel. Grundwissen Länderkunde
  • Monika Grübel: Schnellkurs Judentum
  • Israel Bernbaum: Meines Bruders Hüter. Der Holocaust mit den Augen eines Malers gesehen
  • Sumaya Farhat-Naser: Thymian und Steine. Eine palästinensische Lebensgeschichte
  • Felicia Langer: Die Entrechtung der Palästinenser

Vielleicht konnten wir Ihnen ein paar Leseanregungen geben? Es würde uns freuen.

Heute: Welttag des Buches

Die UNESCO-Generalkonferenz hat 1995 den 23. April zum „Welttag des Buches und des Urheberrechts“ ausgerufen. Das Datum geht auf eine Welttag des BuchesTradition in Katalonien zurück: Zum Namenstag des Schutzheiligen St. Georg werden dort Rosen und Bücher verschenkt. Der Welttag des Buches wird heute in über 100 Ländern gefeiert, in Deutschland seit 1996.

Ist der „Welttag des Buches“ nicht auch ein wunderbarer Anlass, wieder einmal die örtliche Bücherei aufzusuchen? Das Datum fällt zwar in diesem Jahr etwas ungünstig, da wir leider ausgerechnet mittwochs geschlossen haben. Doch unser Team steht Woche für Woche montags, dienstags, donnerstags und freitags für lese- und bildungshungrige Marienheider bereit. Die genauen Öffnungszeiten können hier nachgeschaut werden.

Im Zusammenhang mit dem Welttag des Buches könnten die nachfolgend aufgelisteten „Bücher-Bücher“ von besonderem Interesse sein:

  • Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra (Roman von Robin Sloan)
  • Die Stadt der träumenden Bücher (Roman von Walter Moers)
  • Das Geheimnis der leeren Bücher /Hans-J. Alpers)
  • Bücher: alles, was man lesen muss (Christiane Zschirnt)
  • Museum der Bücher (Hans Adolf Halbey
  • Gutenberg und das Geheimnis der Schwarzen Kunst (Andreas Venzke)
  • Orte der Bücherverbrennungen in Deutschland 1933 (Julius Schoeps)
  • Papiergesänge. Buchkunst im 20. Jahrhundert

Gelfert Shakespeare in seiner ZeitAlle genannten Titel können in der Gemeindebücherei ausgeliehen werden.

Und noch ein Hinweis: Vor 450 Jahre wurde der große englische Dramatiker William Shakespeare geboren. Seit dem 18. Jahrhundert gilt der 23. April 1564 als sein Geburtstag;  das exakte Datum ist aber nicht bekannt. Sicher ist, das Shakespeare am 26. April 1564 getauft wurde.

Unser Lesetipp zum Shakespeare-Jahrestag: „William Shakespeare in seiner Zeit“ von Hans-Dieter Gelfert.

Heute: Internationaler Frauentag

Seit 1911 begehen die Frauen in aller Welt den Internationalen Frauentag. Ansprüche auf politische, soziale und gesellschaftliche Gleichstellung waren der – auch heute noch aktuelle –  Anlass. Nähere Informationen zum Thema finden sich auf Wikipedia.

260px-Frauentag_1914_Heraus_mit_dem_Frauenwahlrecht

Quelle: Wikipedia

Wer sich näher informieren will, findet in unserer Bücherei eine Vielzahl von Titeln zum Themenbereich Frauen, Frauenrechte, Gleichstellung. Zum Beispiel diese:

  • Frauen in Deutschland. Auf dem Weg zur Gleichstellung
  • Blaustrumpf und Kurtisane. Bilder der Frau im 19. Jahrhundert
  • Mit dem Wind im Rücken. Mutmachgeschichten für Frauen
  • Die Klügere gibt nicht mehr nach: Frauen sind einfach besser
  • Solange es Frauen gibt, wie sollte da etwas vor die Hunde gehen?

Schauen Sie mal vorbei. Das Bücherei-Team freut sich auf Ihren Besuch!

Heute: Tag gegen Genitalverstümmelung

Mit dem Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung, der jedes Jahr am 6. Februar begangen wird, soll auf die schweren Menschenrechtsverletzungen durch die kulturell verankerte Beschneidung weiblicher Genitialien aufmerksam gemacht werden. Der Aktionstag wurde NoFGM2004 von der First Lady von Nigeria, Stella Obasanjo, ausgerufen. Anschließend erklärte ihn die UN-Menschenrechtskommission zum internationalen Gedenktag.

Hauptverbreitungsgebiete der grausamen Praktiken sind das westliche und nordöstliche Afrika sowie der Jemen, der Irak, Indonesien und Malaysia. Durch Auswanderung/Flucht wächst allerdings seit den 1970er Jahren in Europa die Zahl beschnittener Frauen und Mädchen aus Herkunftsgebieten mit Beschneidungsritualen. Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes schätzte schon 2005, dass in Deutschland mindestens 18.000 Frauen bereits betroffen und weitere 5.000 bis 6.000 Mädchen gefährdet sind.

Die Praxis ist weltweit in vielen Staaten – unter anderem allen Staaten der Europäischen Union – strafbar.

(Quelle und weitere Informationen: Wikipedia)

Literatur zum Thema in der Bücherei Marienheide:

  • Nura Abdi: Tränen im Sand
  • Waris Dirie: Wüstenblume

Im Buchhandel u. a. erhältlich:

  • Terre des Femmes (Hrsg.): Schnitt in die Seele. Weibliche Genitalverstümmelung – eine fundamentale Menschenrechtsverletzung
  • Fana Asefaw: Weibliche Genitalbeschneidung: Hintergründe, gesundheitliche Folgen und nachhaltige Prävention